Münster gibt den Ton an

Musik hat in Münster einen hohen Stellenwert – damals wie heute. Die drei wichtigen musikalischen Säulen der Stadt zeigen im Jubiläumsjahr, dass ihr Modell seit 100 Jahren wegweisend ist und eine große Zukunft hat.

Das Jubiläum

Ein Geburtstag mit Pauken und Trompeten

Gemeinsam mit allen münsterschen Musikfreundinnen und -freunden wollen Sinfonieorchester, Westfälische Schule für Musik und Musikhochschule dieses besondere Jahr mit einem abwechslungsreichen Jubiläumsprogramm zelebrieren.

Münsters musikalische Trias feiert Geburtstag: Sinfonieorchester, Westfälische Schule für Musik und Musikhochschule werden 2019 100 Jahre alt. Musikfreundinnen und -freunde dürfen sich mit dem bunten MünsterMusik-Programm auf eine Reihe musikalischer Höhepunkte freuen. „Münster war schon immer eine Musikstadt und hat großes Potenzial, diese Rolle mit großer Strahlkraft weiter auszubauen“, betont Oberbürgermeister Markus Lewe die Botschaft von MünsterMusik. „In Münster denkt man seit hundert Jahren Erfolg in der Musikausbildung und -praxis zusammen. Dieses Modell war und ist wegweisend“, so Professor Dr. Johannes Wessels, Rektor der Westfälischen Wilhelms-Universität.

Musik als Grundnahrungsmittel

Schon am Beginn vor 100 Jahren lässt sich ablesen, dass das städtische Musikleben für die Münsteraner schon damals alles andere als nebensächlich war. In den Notzeiten nach dem Ersten Weltkrieg hatte Münsters Stadtverordnetenversammlung existenzielle Fragen zu klären, um die Infrastruktur für den Wiederaufbau zu schaffen: So musste aus alten Soldatenuniformen Kleidung für Kinder geschneidert werden. Ausreichend Lebensmittel für die Bürgerinnen und Bürger bereitzustellen war in politisch und wirtschaftlich unsicherer Zeit eine Herausforderung. Trotz aller Widrigkeiten glaubte die Stadtgesellschaft an die Kraft der Musik und stellte in dieser Phase entscheidende Weichen für Münsters Entwicklung als Kulturstadt. „Kultur und Musik waren für die Münsteranerinnen und Münsteraner sozusagen Grundnahrungsmittel“, so der Oberbürgermeister. „Wenn wir heute auf die gleiche Entschlossenheit und Begeisterung wie 1919 setzen können, hat Münster als Kultur- und Bildungsstadt eine große Zukunft“, ergänzt Rektor Wessels.

Fritz Volbach, Münsters erster Generalmusikdirektor, formte aus dem neugegründeten Sinfonieorchester innerhalb kürzester Zeit einen Klangkörper von Rang. Bereits wenige Jahre später hatte Münster als Musikstadt einen besonderen Stellenwert. So dirigierte im November 1924 Deutschlands wohl populärster Komponist Richard Strauss in Münster. Das Konzert war zugleich die erste Radioaufzeichnung des neugegründeten Studios Münster, dem Vorläufer des WDR. Die Westfälische Hochschule für Musik änderte ihren Namen in Westfälische Akademie für Bewegung, Sprache und Musik. Laien- und Profiausbildung wurde 1959 in Musikschule und Konservatorium getrennt. Als das Land NRW die musikalische Bildung neu ordnete, entstanden die Westfälische Schule für Musik in städtischer Trägerschaft und die Musikhochschule in Trägerschaft des Landes. Letztere gehört seit 2004 als eigenständiger Fachbereich zur Westfälischen Wilhelms-Universität. Seit 1919 arbeiten die Orchester und Schule(n) zusammen – aus Sicht der MünsterMusik-Macher ein Erfolgsfaktor erster Güte für die Entwicklung der Musikstadt Münster.