Noch nicht das Ende vom Lied

Die Musikstadt Münster steckt voller Potenzial. Ein Blick in die 100-jährige Geschichte von Sinfonieorchester Münster, Westfälischer Schule für Musik und Musikhochschule beweist das. Die enge Kooperation der Institutionen ist zwar schon jetzt Alleinstellungsmerkmal, bietet aber noch Gestaltungsspielraum für Zukunftsmusik.

Die ZukunftsMusik

Potenzial für die Musikstadt

Die drei Institutionen wollen das Geburtstagsjahr nicht nur mit Konzerten und Veranstaltungen zelebrieren. MünsterMusik soll eine neue Phase in der Entwicklung der Musikstadt Münster einleiten.

Bei einer Pressekonferenz im Februar wurde deutlich, dass die MünsterMusik-Initiatoren auf vereinte Kräfte setzen, um das Potenzial der Musikstadt Münster zukünftig weiter auszuschöpfen: Die drei Institutionen wollen das Jubiläumsjahr nicht nur mit Konzerten und Veranstaltungen feiern. Münster hat mit einer reichen Landschaft an Chören, Orchestern und Bands als Musikstadt viele Facetten. MünsterMusik schließt all diese Facetten ein. „Wir wollen deutlich machen, wie diese Qualität entsteht“, so Friedrun Vollmer, Direktorin der Westfälischen Schule für Musik. „Sinfonieorchester Münster, Musikhochschule und Musikschule sind das Rückgrat der Musiklandschaft. Ohne diese Trias wäre das reiche Musikleben dieser Stadt nicht denkbar“, so Professor Michael Keller, Dekan der Musikhochschule, selbstbewusst. „Wir wollen die Aufmerksamkeit nutzen und einen Blick hinter die Kulissen vermitteln. Man sieht häufig nur die Konzerte. Doch was Musik in der Breite für eine Stadtgesellschaft leisten kann und was im Alltag alles dazu gehört, steht nicht im Blick der Öffentlichkeit. Wir wollen das Jubiläumsjahr nutzen, um das zu transportieren“, berichtet Projektkoordinator Professor Ulrich Rademacher, ehemaliger Leiter der Westfälischen Schule für Musik. Doch man blickt zugleich auch nach vorn. In einer noch engeren Kooperation der drei Geburtstagskinder steckt nach Ansicht der MünsterMusik-Akteure großes Potenzial für die Weiterentwicklung der Musikstadt Münster. „Diese Konstellation ist einzigartig. Das ist so etwas wie ein Münster-Modell und daraus könnte über das bereits Erreichte hinaus eine echte Erfolgsgeschichte werden“, wünscht sich Generalmusikdirektor Golo Berg.

Musik ist aber nicht nur ein kultureller Aspekt des münsterschen Lebens, sondern zugleich ein wirtschaftlicher Faktor, der auch in Bereiche wie beispielsweise den Tourismus ausstrahlt. Musikförderung ist somit auch unmittelbare Wirtschaftsförderung. Eine lebendige Musikszene schafft zudem positive Identität sowie Reputation. Das aktive Musikleben einer Stadt wirkt attraktiv auf Musikliebhaberinnen und -liebhaber aus ganz Deutschland – und sogar über die Grenzen hinaus.

100 Jahre Synergie

Wie ein Blick in die Geschichte zeigt, verfügt das münstersche Musikleben mit seinem seit 100 Jahren bestehenden Dreiklang aus Sinfonieorchester Münster, Westfälischer Schule für Musik und Musikhochschule über besondere Stärken. Die regelmäßigen Kooperationen der drei Institutionen sind aber erst der Beginn, mit dem das Potenzial der Musikstadt Münster weiter ausgeschöpft werden soll.

Die heutige Zeit verlangt inhaltlich nach einer neuen Einheit von Musikproduktion, Musikvermittlung, musikalischer Berufsausbildung sowie musikalischer Bildung. Die bundesweit steigende Anzahl an sogenannten „Education“-Programmen von Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Bayrischen Rundfunk sowie von kommunalen Ensembles wie dem Sinfonieorchester Münster, verdeutlicht diesen unerlässlichen Schritt. So auch die vielfältigen Initiativen von Musikschulen und Musikhochschulen, die sich in Union für die Förderung Hochbegabter und die Ausbildung zukünftiger Berufsmusikerinnen und -musiker in der Verantwortung sehen. Der Kreis schließt sich durch die häufig mit den landes- und bundesgeförderten Inklusionsprogrammen, die Menschen mit Behinderungen ebenso integrieren wie bildungsbenachteiligte und migrierte Menschen – unabhängig vom Alter und sozialen Status.

Die Musikstadt Münster verfügt über ein Alleinstellungsmerkmal: In ihrem 100-jährigen Bestehen sind Musikhochschule, Westfälische Schule für Musik und Sinfonieorchester Münster gemeinsam gewachsen und erfüllen mit ihren Erfolg versprechenden Kooperationen heute alle Voraussetzungen, um die wichtigen Aspekte der musikalischen Bildung zu kombinieren. Damit bietet sich eine einmalige Chance auf eine gemeinsame und erfolgreiche Zukunft(smusik). “Das traditionelle Konservatorium wird neu erfunden als Garant für und Bewahrer von Zukunft”, so Stephan Froleyks, Prodekan der Musikhochschule Münster.